der qualm der zigarrette, die ich zwischen meinen zitternden fingern zum zuge bereit halte fließt durch den raum, macht ihn nebelig und erfüllt ihn inzwischen so, dass ein mensch, der sich nicht schon ein paar stunden darin aufhielt, so wie ich es tat, sofort seine lungen durch kräftiges husten von dem unangenehmen wirkstoffen des tabaks befreien müsste. ich setze die selbstgedrehte kippe an meine bartumwachsenen lippen, ziehe zweimal stark an, schließe meinen augen und blase den mit teer gemischten pflanzenstoff wieder aus meinen lungenbläschen. es ist mir beinahe nicht möglich, mich zu bewegen, ich bin einfach schon zu lange in diesem geschäft, ich kann es einfach nicht mehr ertragen. nichts ist so gelaufen, wie es sich damals in meinem jungen naiven in selbstvertrauen getränkten kopf festgesetzt hatte. seit nunmehr zwölf jahren lasse ich das alles über mich ergehen. aber ich hatte doch keine andere wahl, ich musste diesen weg einschlagen, man ließ mir doch keine chance...
es ist ja nicht so, als hätte ich damals nicht mit freuden diesen vertrag unterschrieben, der mich und die band, die mein leben bildete für drei alben verpflichtete. ich hatte damit kein problem, war mir sicher, wir würden das auf die reihe bekommen, hatten wir doch zu dieser zeit bereits material für zwei fertige alben auf dem kasten.
doch jetzt ist nichts mehr so, wie es zu sein scheint. der erfolg hat uns verdorben, die konzerte wurden stetig besser besucht, die interviews häuften sich deutlich an, die musiksender sendeten unsere videos und eine musik, die zu dieser zeit völlig unbeliebt war, wurde auf einen schlag besser verkauft als alles andere. „grunge“. so nannten sie das, was wir taten. „grunge“. was soll das sein? niemand wusste es, niemand hatte eine vorstellung davon, was es ausdrücken sollte. in einer quiz-show hörte ich neulich folgende frage: „welcher modetrend gab anfang der neunziger mut zur hässlichkeit?“
meine jeans, die nun bereits fünf jahre alt war, hing ausgewaschen und zerissen, mit aufnähern versucht wieder herzurichten, von meinen beinen. meine sneaker waren zerlegt, die sohle durchgelaufen, die zunge halb abgerissen und das t-shirt, das unter meinem pullover zum vorschein kam, war durchlöchert. wenn ich etwas sehen möchte, bin ich erst dazu gezwungen, meine langen verkommenen haare aus meinem gesicht zu halten. die antwort auf die frage lautete „grunge“.
inzwischen habe ich aufgehört, mich darüber zu wundern, warum alles so gelaufen ist, wie wir von unserer heimischen garage in die studios von diversen major labels flatterten, weshalb die menschen, denen harte musik abartig und unzivilisiert vorkam, nun ein fable dafür zu entwickeln begannen. ich habe auch aufgehört, mich zu fragen, warum ich mit dem rauchen angefangen habe, war es doch gerade diese eigenschaft, die ich früher bei keinem meiner freunde verstehen konnte. neben dem tabak jedoch, hantierte ich auch mit anderen drogen, harte, weiche, egal welcher art, ich nahm es, um mich von den auftritten abzuregen und zu erholen, merkte selbst nicht, wie schnell es zur sucht wurde und blieb schließlich darauf hängen.
ich hätte eigentlich schon in den anfangen damit rechnen müssen, dass dieser moment einmal in meinem leben kommen würde und sich mit ihm dieses gefühl der einsamkeit und verlorenheit in meinem gewissen ausbreitet. nicht selten hatte ich das gefühl, mich selbst zu verkaufen, alles, was mir früher etwas bedeutet hat, aufgegeben zu haben und damit nicht mehr ich selbst zu sein. es schlich sich leise an, brauchte jahre, um sich bemerkbar zu machen. es kam wie eine krankheit. und genau, wie eine krankheit, die man nie mehr heilen kann, kann man sich nicht dafür rechtfertigen, sich selbst verkauft zu haben, vor niemandem, nicht einmal vor sich selbst.
am anfang kam es mir nur so vor, als ob sich meine freunde rar machen würde, aber ab einem bestimmten zeitpunkt erkannte ich, dass es durchaus keine einbildung war, sondern sich zu viele meiner damaligen freunde aus meiner gesellschaft drängten, meine anwesenheit mieden und hinterrücks über mich redeten, als wäre ich längst tot.
an einer stelle, an der mir das damals egal war, bin ich heute klüger und weiß, dass ich freunde brauche. es gibt nicht mehr viele, die mich nicht im stich gelassen haben und noch heute hinter mir stehen und mich in schwierigen lebenssituationen unterstützen, aber den großteil meines damaligen freundeskreises habe ich nie wieder gesehen oder ich bin ihnen auf partys begegnet, an denen weder ich noch einer von ihnen in der lage gewesen ist, uns gegenseitig in die augen zu blicken.
migräne macht meinem kopf zu schaffen. sie ist der grund dafür, dass ich abende alleine zuhause verbringe, vor dem fernseher, oder draußen unterm sternenhimmel, der mir zeigt wie schön die welt ist und wie abscheulich ich im gegensatz zu ihr bin, wie tief ich gesunken bin und was mich dorthin getrieben hat. es war der erfolg. heute, im jahre 2001 will niemand mehr etwas von der musik wissen, die wir gemacht haben. einige fans, die schon immer dabei gewesen sind, lieben es noch immer, aber das leben geht weiter, „grunge“ ist nicht mehr aktuell, es gibt neue trends, die durch irgendein magazin neu festgelegt worden sind. nicht nur ich, sondern die ganze szene wurde ausgerottet.
wäre ich doch in der kleinen gerage geblieben, die wir damals als proberaum benutzt hatten, dann wäre nichts so gekommen. wahrscheinlich wären wir alle noch zusammen, würden musik machen, weil wir sie lieben und nicht, weil uns ein plattenvertrag dazu verpflichtet. doch an einer stelle, an der für viele andere musiker, junge engagierte menschen, eine neue ära beginnt, an der sich die mode- und musikmagazine nach anderen dingen umsahen, die zum nächsten einschlagenden trend werden würden, an der sich, wie man meinen könnte, auch mein leben wieder zum positiven entwickeln könnte, sitze ich hier, die augen nur noch halb geöffnet, den lebenssinn aus den selbigen verloren und nur noch drogen im hirn.
ich wurde zerstört, habe selbst sogar dazu beigetragen, ich bin ein opfer und doch zugleich ein täter, der auf der einen seite nicht für seine taten verantwortlich gemacht werden darf und auf der anderen seite alles zu bereuen im stande ist. aber so soll es wohl sein. so scheint das leben nun einmal zu laufen. ich schließe meine augen und versuche einzuschlafen, nicht mehr daran zu denken, was ich angerichtet habe, was sie mit mir angerichtet haben. morgen ist wieder ein ganz anderer tag (?)
prinzipen
:fresse: waahhhh waaaahhh wwwwwwwwwaaaaahhhhhh :fresse:
*wechrenn* :verfolg:
so viel Post da les ich ja Jahre dran ^^
wenn ich mal Zeit hab, dann les ich das mal
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[CENTER] brabbel blubber *rüüülps*
[img]http://www.cheesebuerger.de/smilies/teufel/39.gif[/img]
wer hat Abi.....
...WIR HAM ABI!!!!
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[QUOTE]
Impossible is just a big word thrown around by small men who find it easier to live in the world they've been given than to explore the power they have to change it. Impossible is not a fact. It's an opinion. Impossible is not a declaration. It's a dare. Impossible is potential. Impossible is temporary.
Impossible is nothing.
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Das Ergebnis: (Im Durchschnitt bekommt man: 33 %) || [URL=http://www.testreich.com/]Ich bin ein 61 % Freak[/URL]
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